Archiv der Kategorie: Allgemein

„Homöopathische Schülerfibel“ im Buchhandel erhältlich

KVC_Verlag_Schuelerfibel_neu_0Nach vielen Jahren Exklusiv-Verkauf nur für die Mitglieder des Vereins Natur und Medizin e.V. ist nun der Ratgeber „Homöopathische Schülerfibel“ von Dr. Christian Lucae und mir auch im Buchhandel erhältlich.

Er folgt auf die „Homöopathische Sandkastenfibel“ und enthält Tipps und Tricks zur homöopathischen und naturheilkundlichen Selbstbehandlung von Schulkindern bei leichten Erkrankungen.

Der KVC-Verlag hat mit den tollen Comics von Stefanie Clemen und dem spritzigen Design von eye-d-design ein wunderbares Buch gestaltet – wir freuen uns!

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2. Summerschool Medizinische Hypnose an der Charité

Die 2. Summerschool Medizinische Hypnose der Deutschen Gesellschaft für Hypnose gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin der  Charité in Berlin war erneut ein großer Erfolg!  P1050370Der Kurs vertiefte die Kenntnisse von 32 Studenten der Human- und Zahnmedizin sowie der Psychologie, die bereits letztes Jahr mit dabei waren.
Bei Temperaturen über 35° gaben Referenten und Teilnehmer am 04. und 05.07.2015 ihr Bestes: Die Teilnehmer lernten mehr zur Hypnotherapie in der Immunologie (Harald Krutiak), bei Ängsten, psychosomatischen Störungen und Psycho-Trauma (Karl-Josef Sittig), bei Schmerzen (Michael Teut) und zur Selbsthypnose (Werner Eberwein).

Vegane Ernährung als Medizin

Michael Teut

Eine zunehmende Anzahl an Studien zeigt die präventiven und therapeutischen Vorteile einer veganen fettarmen Ernährung, die auf pflanzlicher Kost basiert und frei von Fleisch, Milch und Eiern ist. Vegane Ernährung wurde bis vor einigen Jahren von den meisten Ärzten noch als Außenseiter-Ernährung belächelt, seit jedoch das öffentliche Interesse an veganer und vegetarischer Ernährung steigt, werden auch mehr Studien durchgeführt, die den gesundheitlichen Nutzen untersuchen. Dabei haben bisherige klinische Studien beachtenswerte Ergebnisse gezeigt: Mit einer konsequenten fettarmen veganen Ernährung lassen sich Erkrankungen, die zum metabolischen Syndrom gehören, klinisch deutlich verbessern, in einer Vielzahl von Fällen sogar zurückbilden. Bislang durchgeführte Studien zeigen klinisch relevante Ergebnisse für Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Typ 2-Diabetes und koronare Herzkrankheit. Zudem erscheint der gesundheitliche Nutzen auch für andere chronische Erkrankungen plausibel. Im Folgenden fasse ich einige der allerwichtigsten Studienergebnisse zusammen:

Vegane Ernährung im Betrieb

In einer aktuelle Studie (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3701293/) mit 291 Teilnehmern, die zum US-Unternehmen GEICO gehörten und an Übergewicht und Diabetes litten, wurden mehrere Betriebs-Standorte zufällig einer fettarmen vegetarischen Ernährungsschulung oder einer Kontrollgruppe ohne zusätzliche Ernährungsschulung zugeordnet (Cluster-Randomisation). An den Betriebsstandorten, die der veganen Ernährung zugeordent wurden, wurden in den Kantinen optional vegane Mahlzeiten angeboten. Außerdem erhileten die Teilnehmer Vitamin B12 Supplemente. Teilnehmer, die die Schulung zur veganen Ernährungsumstellung erhielten, hatten nach 18 Wochen 2,9 kg abgenommen (Kontrollgruppe 0,06 kg), hatten ihren Gesamt-Cholesterinwert um 8,0 mg/dl gesenkt (Kontrollgruppe 0,01) und ihren HBA1C-Wert (Blutzucker) um Prozentpunkte gesenkt (Kontrollgruppe 0,08). Viel interessanter ist, dass diejenigen Patienten, die sich bis zum Ende der Studie vegan ernährten, einen viel höheren Benefit hatten: Sie verminderten ihr Körpergewicht um -4,3 kg, ihr Cholesterin um 13,7 mg/dl und ihren HBA1C-Wert um 0,7 Prozentpunkte. Daraus kann geschlossen werden, dass eine vegane Ernährungsschulung + Angebot im Betrieb den gesundheiltlichen Zustand der Arbeitnehmer klar verbessert.

Vegane Ernährung besser als Leitlinien-Ernährung bei Diabetes

In einer weiteren Studie von 2009 (http://ajcn.nutrition.org/content/89/5/1588S.long) wurde untersucht, ob fettarme vegane Ernährung in der Therapie von Menschen mit Diabetes Typ 2 der damals gültigen Ernährungsempfehlung (USA 2003) überlegen ist. 99 Patienten wurden per Zufall einer Schulung in veganer Ernährung oder der konventionellen Diabetes-Leitlinien-Diät-Empfehlung zugeordnet, es wurden je Gruppe 22 wöchentliche 1-stündige Ernährungsschulungen durchgeführt. In beiden Gruppen wurde nach 74 Wochen eine deutliche Gewichtsreduktion (vegan: -4,4 kg versus konventionell: 3,0 kg) sowie eine klare HBA1C-Verminderung (vegan: – 0,34 Prozentpunkte versus konventionell: 0,14). Das Gesamtcholesterin sank ebenfalls stärker in der veganen Gruppe. Diese Studie führte dazu, dass die US-amerikanischen Ernährungsempfehlungen für Diabetiker mittlerweile vegane Kost empfehlen.

Koronare Herzkrankheit

Dean Ornish zeigte in den 1990er Jahren mit seinem Lifestyle-Heart-Trial (http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=188274) , dass sich koronare Herzkrankheit durch fettarme vegetarische Ernährung, Ausdauersport, Stressreduktion, Rauchentwöhnung und psychosozialer Unterstützung stoppen oder sogar zurückbilden lässt. In einer weniger bekannten prospektiven Beobachtungsstudie von 1995 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7500065 ) wurden 22 Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit eingeschlossen, die sich strikt fettarm vegan ernährten. Bei den 11 Patienten, die das Programm bis zu Ende durchführten und deren Daten erhoben werden konnten, zeigte sich eine sehr deutliche Verminderung der Cholesterinwerte und ein deutlicher Rückgang der koronaren Verengungen. Leider wurde dieser vielversprechende Ansatz bislang nicht in großen randomisierten Studien überprüft.

Weitere gesundheitliche Vorteile

In den großen Adventisten-Kohortenstudien in Amerika (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4073139/ ) zeigte sich, dass Menschen, die sich vegan ernähren gegenüber Menschen, die einer vegetarischen Ernährung folgen, noch einmal deutlich weniger häufig an Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und kardiovakulären Erkrankungen leiden. Allerdings kann aus Kohortenstudien keine Kausalität abgeleitet werden.

Vegetarische Diäten sind außerdem in der Lage, Bluthochdruck zu senken, allerdings ist hier noch unklar, ob vegane Ernährung zusätzliche Vorteile gegenüber vegetarischer Kost bringt (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566947).

Die Risiken veganer Ernährung

Bei ausgewogener veganer Ernährung besteht das größte Risiko in einem Vitamin-B12-Mangel. Daher sollten Menschen, die sich langfristig vegan ernähren, eine Vitamin-B12-Präparat einnehmen. Die Versorgung mit Vitamin B12 und Eisen sollte von Zeit zu Zeit (z.B. einmal jährlich) durch eine Blutuntersuchung überprüft werden. Alle anderen Nährstoffe (z.B. Vitamin D, Calcium, Jod) lassen sich in aller Regel durch ausgewogene Ernährung abdecken.

Praktische Literaturtipps

Neal D. Barnard: The Get Healthy, Go Vegan Cookbook: 125 Easy and Delicious Recipes to Jump-Start Weight Loss and Help You Feel Great, 2010: Da Capo LifelongBooks

Neal D. Barnard: Dr. Neal Barnard’s Program for Reversing Diabetes , 2007: Rodale

Neal D. Barnard: 21-Day Weight Loss Kickstart: Boost Metabolism, Lower Cholesterol, and Dramatically Improve Your Health, 2011: Hachette Book Group

Caldwell Esselstyn: Prevent and Reverse Heart Disease. 2007: Avery


Summerschool Medizinische Hypnose: Ein Riesen-Erfolg!

P1040828Vom 04.-10.8.2014 fand die 4-tägige Summerschool Medizinische Hypnose an der Berliner Universitätsmedizin Charité im Hörsaalgebäude des Virchow Klinikums statt.

Aufgrund der ausgesprochen starken Nachfrage wurde kurz vorher die Teilnehmerzahl noch einmal auf 80 Plätze erhöht. Den allergrößten Anteil der Teilnehmer stellten Studenten der Psychologie und Humanmedizin, zudem nahmen Ärzte, Dipl.-Psychologen, Psychologische Psychotherapeuten und Zahnmediziner teil.

Das Programm bestand aus einem zweitägigen wissenschaftlichen und theoretischen Rahmenprogramm und zwei Tagen mit Workshops und Selbsterfahrung in Kleingruppen. Die meisten Studenten machten auf der Summerschool erstmals Erfahrungen mit therapeutischer Hypnose.

Die Begeisterung und Zufriedenheit der Teilnehmer und des Dozenten-Teams der DGH war sehr hoch. Eine Fortsetzung ist geplant.

Die Summerschool Medizinische Hypnose wurde erstmalig von der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) und dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Universitätsmedizin Berlin angeboten.

http://www.dgh-hypnose.de/images/upload/file/flyer-summer-school.pdf

https://de-de.facebook.com/events/658832400819313/

Körpertambura – Musiktherapie im Hospiz

Michael Teut

In einer kleinen qualitativen Pilot-Studie haben wir untersucht, welche Therapieerfahrungen palliativ versorgte Patienten im Hospiz mit einer rezeptiven Musiktherapie beschreiben. Elf Personen wurden behandelt und danach in Interviews befragt, darunter drei Angehörige. Alle Patienten litten unter metastasiertem Tumorerkrankungen und wurden palliativ behandelt.

Die Bodytambura ist ein neuartiges Musikinstrument, das einen homogenen Klangteppich erzeugt und aus der Distanz oder auf dem Körper gespielt werden kann. Die Interviews wurden transkribiert und mit einem Grounded Theory Ansatz analysiert.

Die Patienten beschrieben folgende Erfahrungen: Am stärksten und häufigsten wurde ein starkes Gefühl der Ruhe beschrieben, das erlebt wurde. Zudem beschrieben die Patienten angenehme Körperempfindungen, z.B. Leichtigkeit und imaginierten schöne und entspannende Bilder beim Zuhören. Teilnehmende Angehörige und Patienten fühlten sich durch das Erlebnis der Musik mehr verbunden.

Diese Ergebnisse sollen helfen, Zielparameter für eine weitere größere Studie zu definieren. Nach Abschluss der Studie führen Pflegekräfte des Lazarus-Hospiz in Berlin die Therapie eigenständig fort.

Links:
Publikation
Körpertambura
Körpertambura-Kurse für Interessierte
Lazarus-Hospiz

60 % der Senioren nutzen Komplementärmedizin

Michael Teut

In einem Survey hat unsere Arbeitsgruppe die Inanspruchnahme von Komplementärmedizin (CAM) durch Senioren in Berlin und Brandenburg erfasst. Dazu wurden erstmalig auch Senioren mit gesetzlicher Betreuung einbezogen. Es wurden Daten von Senioren im Alter von 70 Jahren und älter durch einen Fragebogen erfragt oder aus der Pflegedokumentation erhoben. Dabei wurden drei mögliche Bereiche der Wohnsituation von Senioren berücksichtigt: selbständig, ambulant betreut und Senioreneinrichtung. Unter Anwendung standardisierter Fragebögen wurden soziodemographische Daten, die Nutzung von CAM und nichtmedikamentöse Therapien (CAM-Therapien), zugrunde liegende Diagnosen und Bezugsquellen erhoben. Die nicht betreuten Senioren  gaben zudem Auskunft über ihre Erwartung an die verwendeten CAM, die empfundene Wirksamkeit, Einschätzung der Nebenwirkungen und Information des Arztes über die Anwendung von CAM.

Über 800 Fragebögen wurden ausgegeben und 400 Senioren antworteten (Rücklauf: 51.7 %).  Die Senioren stammten aus gleichen Anteilen aus den Bundesländern Berlin und Brandenburg. Sie gehörten drei Subgruppen „selbständig lebend“ (n=154), „ambulant betreut“ (n=97) und „in einer Senioreneinrichtung“ lebend (n=149) an. Das Durchschnittsalter betrug 81.8 Jahre (SD=7.4). Drei Viertel (78.5%) waren weibliche Teilnehmer.

61.3% der Senioren nutzten mindestens ein CAM. Insgesamt verwendeten sie vorwiegend Nahrungsergänzungsmittel (35.5 %), Pflanzenheilkunde (33.3%) und naturheilkundliche Externa wie z.B. Salbe und Öle (26.8%). Die Senioren mit gesetzlicher Betreuung nutzten ausschließlich ärztlich verordnete Nahrungsergänzungsmittel, am häufigsten Calcium und Vitamin D. Von der Einnahme erwarteten die CAM Nutzer eine deutliche (44.9%) oder milde (37.1%) Verbesserung ihrer Beschwerden. Über die Hälfte der Nutzer (58.7%) beschrieb eine gute und 6% keine Wirkung von CAM. Es wurden überwiegend Herz-Kreislauf-Erkrankungen (26.8%), chronische Schmerzen (24.5%) und Magen-Darm-Erkrankungen (14.0%) als Grund für die CAM Nutzung angegeben.

Nur ein Viertel (25.8%) wurde ärztlich verschrieben, die restliche Einnahme erfolgte auf Empfehlung (31.3%) oder aus Eigeninitiative (27.3%).  57.9 % gaben an, Risiken und Nebenwirkungen der Präparate nicht einschätzen zu können. Die Mehrheit (64.9%) der Befragten würde eine Kombination aus CAM und konventioneller Medizin für ihre Behandlung bevorzugen.

Die Nutzung von Komplementärmedizin durch Senioren ist hoch. Die meisten naturheilkundlichen Präparate werden ohne Information des Hausarztes eingenommen.

Publikation: http://www.biomedcentral.com/1471-2318/14/38

Summerschool Medizinische Hypnose

Das Tor zum Unbewussten – Eine Einführung in die Hypnose und Hypnotherapie

Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) und das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Universitätsmedizin Berlin veranstalten vom 07.08.-10.08.2014 eine Summerschool zur medizinisch-therapeutischen Anwendung von Hypnose.

Die Summerschool richtet sich an Psychologie- und Medizinstudenten, aber auch an Psychologen und Ärzte, die eine fundierte theoretische und praktische Einführung (inkl. Selbsterfahrung) zur therapeutischen Anwendung sowie eine Übersicht über Evidenz und wissenschaftlichen Forschungsstand suchen. Die Summerschool findet im Lehrgebäude des Charité Virchow Klinikums in Berlin (Wedding) statt.

Diese Summerschool stellt eine in Deutschland bislang einzigartige Möglichkeit für Studenten dar, eine Einführung in die Hypnotherapie von herausragenden Therapeuten und erfahrenen Dozenten zu erhalten.

Info, Flyer und Programm zum Download:

http://www.dgh-hypnose.de/images/upload/file/flyer-summer-school.pdf

Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie,

Daruper Straße 14, 48653 Coesfeld

Email: dgh-geschaeftsstelle@t-online.de

http://www.dgh-hypnose.de/

Facebook: https://www.facebook.com/events/658832400819313/?ref=22

Das Rauchen hinter sich lassen – aber wie?

Dr. med. Michael Teut

Aktuell: Interview zur Rauchentwöhnung

Fit und Gesund – Deutsche Welle

Rauchen

Rauchen hat zweifellos angenehme Eigenschaften: Es ist für viele Menschen ein starkes Genusserlebnis, führt zu Entspannung, steigert die Geselligkeit und hilft, Konzentration und Leistungsfähigkeit zu steigern.  Vermittelt werden diese Effekte einerseits durch die biologische Wirkungen von Nikotin im Organismus, verstärkt werden die Effekte aber auch durch konditionierte Rituale wie z.B. die Kaffeepausen, das gesellige Rauchertreffen und andere.

Eigentlich klingt das sogar ganz attraktiv – wären da nicht die negativen Seiten: Jedes Jahr sterben in Deutschland 110.000 – 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, insbesondere durch Herz-Kreislauf-, Lungen- und Krebserkrankungen. Weltweit sind es 10 %  Rauchtote, das soll einer Situation entsprechen, in der jede Stunde ein Jumbo-Jet abstürzen würde!

Rauchentwöhnung

Für diejenigen, die ernsthaft aufhören möchten, gibt es heute einen ganzen Werkzeugkoffer voller Hilfsmittel, um erfolgreich das Rauchen hinter sich lassen und sich anderen Zielen im Leben zuzuwenden.

Welche Hilfsmittel können Sie zur Entwöhnung für sich nutzen?

Wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zeigen heute, dass eine Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Unterstützung die besten Ergebnisse bringt. Dabei kann die 1-Jahres-Erfolgsquote auf über 30 % gesteigert werden, ohne die Nutzung diese Hilfsmittel liegt die Erfolgsquoten deutlich niedriger.

Verhaltenstherapie und Hypnose

Ein Verhaltenstherapeut bereitet mit Ihnen die Entwöhnung vor, indem Sie für sich eine starke Entschlossenheit zum Aufhören entwickeln (Motivation), trainiert mit Ihnen Entspannungstechniken um Entzugssymptome zu lindern und unterstützt Sie darin, wirkungsvolle Strategien zu entwickeln, wie Sie langfristig Nichtraucher bleiben und mit schwierigen Situationen umgehen können. Bei Rückfällen hilft er beim erneuten Start. Die Entwöhnungsbehandlung durch Hypnose/Hypnotherapie kann als eine Spezialform der Verhaltenstherapie verstanden werden, in der Sie Verhaltensänderungen im Bewusstseinszustand der Trance einüben und verankern. Die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie ist wissenschaftlich belegt, zur Wirksamkeit der Hypnose liegen neuerdings ebenfalls positive Studien vor.

Medikamente

Unterstützende Medikamente können die Entwöhnungsphase mit Entzugssymptomen lindern und das Verlangen nach Zigaretten mildern. Ideal wirken Medikamente in Kombination mit der Verhaltenstherapie. Am häufigsten werden Nikotinpflaster (langfristige Anhebung des Nikotinspiegels) und Nikotinkaugummis (kurzfristige Anhebung des Nikotinspiegels) angewendet, alternativ auch Tabletten oder Sprays). Die Therapie wird über 2-3 Monate begleitend durchgeführt. Mehr als hundert Studien belegen eine Verbesserung der Erfolgsquote durch Nikotinersatztherapie. Allerdings können Magenbeschwerden als Nebenwirkung auftreten. Neuere Medikamente, die unterstützend angewendet werden, sind Vareniclin, ein Medikament, das ebenfalls Nikotinrezeptoren stimuliert (Therapie über 11 Wochen) oder das atypische Antidepressivum Bupropion (Therapie über 8 Wochen). Die Wirksamkeit bzw. die Risiken von E-Zigaretten sind bislang nicht zureichend untersucht, um Empfehlungen oder Warnungen auszusprechen.

Naturheilkunde

Von allen naturheilkundlichen Maßnahmen liegen positive Ergebnisse aus 6 randomisierten Studien (823 Patienten) für begleitende Akupunktur vor, die Entzugssymptome lindern und die Erfolgsquote erhöhen kann.

 Was tun?

Am besten ist es, an einem Programm zur Rauchentwöhnung teilzunehmen, das psychologische Therapie und medikamentöse Hilfen kombiniert. Dies kann in einer Einzeltherapie oder in einer Gruppentherapie erfolgen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschussen Gruppentherapie-Programme zur Rauchentwöhnung.

Links

In unserer Ambulanz bieten wir Gruppentherapien (Bezuschussung durch Krankenkassen) und Einzeltherapien (Privatleistung) zur Rauchentwöhnung an.

http://www.hochschulambulanz-naturheilkunde.de/

Informationen zu Rauchentwöhnungskursen erhalten Sie auch z.B. über Ihre Krankenkasse.

Ausgewählte Literatur

Bölcskei PL, Davis-Wagner P, Grundnig J, Pommer P. [Current approaches to smoking cessation]. Dtsch Med Wochenschr. 2013 Apr;138(17):902-7. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23592348?report=docsum&format=text

Stead LF, Lancaster T. Combined pharmacotherapy and behavioural interventions  for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Oct 17;10:CD008286. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23076944

Tahiri M, Mottillo S, Joseph L, Pilote L, Eisenberg MJ. Alternative smoking cessation aids: a meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Med. 2012 Jun;125(6):576-84. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22502956

Hasan FM, Zagarins SE, Pischke KM, Saiyed S, Bettencourt AM, Beal L, Macys D, Aurora S, McCleary N. Hypnotherapy is more effective than nicotine replacement therapy for smoking cessation. Results of a randomized controlled. Complement Ther Med 2014; Epub ahead of print http://www.complementarytherapiesinmedicine.com/article/S0965-2299%2813%2900210-0/abstract

Fasten – wissenschaftliche Erkenntnisse und Anleitung

Dr. med. Michael Teut

Eine Spezialausgabe der Zeitschrift Forschende Komplementärmedizin widmet sich zum 20jährigen Jubiläum der Zeitschrift dem Forschungsstand zum Nutzen des Heilfastens. Eine Übersichtsarbeit von Prof. A. Michalsen diskutiert den aktuellen Stand der Forschung.

Demnach könnte Fasten bei folgenden Erkrankungen einen medizinischen Nutzen aufweisen:

–   Rheumatoide Arthritis: Die Aktivität der Erkrankung lässt sich klinisch relevant durch eine Fastenperiode mit anschließender Umstellung auf vegetarische Ernährung reduzieren. Die Studienlage ist vergleichsweise solide.

–   Arthrose: Beobachtungsstudien weisen auf eine Schmerzlinderung hin.

–   Chronische Schmerzen: Daten aus prospektiven Beobachtungsstudien weisen auf eine Linderung chronischer Schmerzsyndrome durch Fasten hin.

–   Bluthochdruck, kardivaskuläres Risiko, Metabolisches Syndrom, Diabetes Typ 2: Blutdrucksenkungen wurden in mehreren Beobachtungsstudien unter Fasten gezeigt, eine (geringere) Blutdrucksenkung hält sich auch nach dem Beenden des Fastens. Bei kardiovaskulären Gefäßschäden könnte Fasten heilungsfördernde Effekte haben, dies zeigt sich in experimentellen Studien. In Beobachtungsstudien konnten Verbesserungen von Blutwerten und der Insulinsensitivität  bei metabolischem Syndrom und Diabetes Typ 2 festgestellt werden.

–   Krebserkrankungen: Tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass mit Kurzzeitfasten begleitend zu Chemotherapie (2-3 Tagevor und 24 h nach Chemotherapie) ein besseres Ansprechen auf die Therapie erfolgt und weniger Nebenwirkungen auftreten. Ob diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, ist noch nicht untersucht.

–   Affektive Störungen: Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass fasten die Stimmung verbessert und stabilisiert.

–   Anti-Ageing-Effekt: Aus Tierversuche ist bekannt, dass kalorische Restriktion zu einer Lebensverlängerung führt. Ob dies auch beim Menschen so ist, ist bislang nicht zureichend untersucht.

Fasten sollte nur über einen begrenzten Zeitraum und nicht bei Essstörungen, bei einem BMI > 45 (Verdacht auf Essstörung), Unterernährung, Kachexie, in Schwangerschaft und Stillzeit, Demenz, unbehandelter Hyperthyreose, Leber- oder Niereninsuffizienz und Porphyrie angewendet werden. Probleme kann es auch im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten geben (zum Beispiel Natriumverluste bei Diuretika oder Blutungen unter Antikoagulation).  10-20 % aller Patienten erleben kleinere Nebenwirkungen wie initiale Kopfschmerzen (häufig durch Koffeinentzug), Rückenschmerzen, Blutdruckabfall oder Schwindel.

Zusammenfassend weisen zahlreiche experimentelle und (nicht-kontrollierte) Beobachtungsstudien auf einen medizinischen Nutzen des Fastens hin, allerdings fehlen bislang weitestgehend die randomisierten kontrollierte Studien, die den Nutzen im Vergleich zu Kontrollgruppen aufzeigen könnten und für eine sichere Beurteilung des medizinischen Nutzens heute als notwendig erachtet werden.

 

Hier folgt nun eine praktische Anleitung zum Fasten –  Das Sieben-Tage-Fasten-Programm (nach Buchinger und Lützner)

(entnommen aus meinem Ratgeber: Ernährung und Naturheilkunde, Natur und Medizin Patientenratgeber – günstig erhältlich über  www.naturundmedizin.de )

 Fasten will geplant sein. Eine Fastenperiode zu Hause sollte gut vorbereitet sein, damit alles klappt und der Ausstieg aus dem Alltag gelingt.

  • Sorgen Sie für eine ruhige Fastenatmosphäre und erledigen Sie alle wichtigen Angelegenheiten vor dem Fasten.
  • Verschenken oder verschließen Sie überschüssige Essensvorräte.
  • Besorgen Sie alle wichtigen Einkäufe vor dem Fasten.

Einkaufsplan

Einlaufgefäß (Irrigator)

Bestehend aus Einlaufbeutel, -schlauch und Darmrohr, z.B. aus der Apotheke

Entlastungstag

Sie können entweder einen Obsttag, einen Reistag oder einen Rohkosttag durchführen.

  • Obsttag: 3 Pfund Obst, verschiedene Sorten
  • Reistag: 150 g Vollreis, Äpfel, Tomaten
  • Rohkosttag: Obst, Salate (Pflanzenöl, keine Fertig-Saucen)

Fastenperiode

  • 40 g Glaubersalz oder 1 Flasche Sauerkrautsaft
  • 5-10 Liter Mineral-/Quell-/ gutes Leitungswasser
  • Kräutertee
  • 2 Liter Obstsaft
  • 2 Liter Gemüsesaft
  • Gemüse und Gewürze für die Gemüsebrühe
  • mehrere Zitronen

Aufbautage

  • 1 Pfund Äpfel
  • 1 Beutel Gemüsesuppe, bzw. entsprechendes Gemüse
  • 1 Paket Vollkornbrot /Knäckebrot
  • ½ Pfund Backpflaumen
  • Butter, 1 Frischkäse, 2 Joghurt, 1 Quark
  • 1 Flasche Sauerkrautsaft

Tag 1: Der Entlastungstag

 Der Entlastungstag dient der Um- und Einstimmung in das Fasten.

Einstimmen bedeutet, den Geist auf die kommenden Tage vorzubereiten, Abschalten, zur Ruhe zu kommen.

Umstimmen bedeutet, den Stoffwechsel durch eine leichte und energiearme Kost auf die Umstellungen während des Fastens vorzubereiten. Umstimmen bedeutet auch, konsequent von Genussgiften wie Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee und Zigaretten Abschied zu nehmen.

Als Umstimmungskost wird alternativ ein Obst-, Rohkost- oder Reistag empfohlen.

Beim Obsttag wird zu drei Mahlzeiten/Tag nur frisches Obst verzehrt.

Beim Reistag wird zu drei Mahlzeiten jeweils 50 g gekochter Reis mit gedünsteten Äpfeln oder Tomaten kombiniert.

Beim Rohkosttag werden Obst, Obstsalat, Bircher-Müsli (Frühstück) mit frischem Gemüse und Salaten (Mittag) kombiniert. Pflanzliches Öl und Essig bieten sich für die Sauce an.

Tag 2-5: Die Fastenperiode

Die Fastenperiode beginnt mit der Entleerung des Darmes. Eine relativ wirksame Methode stellt die Darmentleerung mittels Glaubersalz dar. Dazu werden 40 g Glaubersalz (Apotheke) in ¾ l Wasser aufgelöst und der Abführ-Mix innerhalb von 15 Minuten getrunken. In Kräutertee aufgelöst schmeckt die Mischung weniger gruselig. Eine Toilette sollte innerhalb der nächsten vier Stunden schnell erreicht werden können, da es zu durchfallartigen Darmentleerungen kommt.

Die weniger radikale, häufig jedoch nicht ganz so Erfolg versprechende Variante besteht im Trinken eines Glases Sauerkrautsaft am Morgen.

Der Darm kann auch gleich durch einen Einlauf (zunächst nur ½ Liter Flüssigkeit) gereinigt werden. Dieses Verfahren wird Menschen angeraten, die einen empfindlichen Magen oder Darm haben.

Frauen, die die Anti-Baby-Pille am Morgen einnehmen, sollten sie erst nach der Darmentleerung mit Glaubersalz (3-4 Stunden später) einnehmen. Bei der Einlaufmethode kann die Pille wie gewohnt eingenommen werden.

Ab jetzt verläuft der Nahrungsplan für alle 5 Tage der Fastenperiode ähnlich:

Nahrungsplan Fastenperiode:

Morgens

Kräutertee mit Zitrone

bei Kreislaufschwäche: milder Schwarztee mit Zitrone

Mittags

Gemüsebrühe oder Gemüsesaft (fertig oder frisch selbst zubereitet), heiß oder kalt, mit Wasser verdünnt, bei Unverträglichkeit 1 Teelöffel Leinsamen einrühren

Nachmittags

Früchtetee mit Zitrone / ½ Löffel Honig

evtl. Schwarztee

Abends

Obstsaft oder Gemüsebrühe, mit Wasser verdünnt

Zwischendurch:

mehrere Gläser Wasser trinken

Es ist besonders wichtig, während der Fastenperiode viel zu trinken (mindestens 2-3 Liter täglich), um die Ausscheidung zu fördern. Fastengetränke wie Obst- und Gemüsesäfte sollten stets mit Wasser verdünnt und langsam schluckweise getrunken werden.

Menschen, die einen empfindlichen Magen haben, wird statt der Obst- und Gemüsesäfte warmer dünnflüssiger Hafer-, Reis- oder Leinsamenschleim empfohlen (sogenanntes Schleimfasten).

Sie sollten täglich für ausreichende Bewegung sorgen. Spazieren gehen oder Wandern an der frischen Luft (mindestens eine Stunde täglich), Schwimmen, Rad fahren, Gymnastik, Yoga und andere nicht zu radikale Bewegungs- und Sportarten eignen sich hervorragend und halten Muskeln und Kreislauf fit.

Genauso wichtig sind ausreichende Erholungs- und Entspannungsphasen. Ein Mittagsschlaf sollte nicht fehlen. Massagen und Bäder runden das Fastenprogramm ab.

Einige erfahrene Faster schwören auf die reinigenden und entspannenden Effekte der Sauna; dabei sollte jedoch Vorsicht walten: Der Kreislauf sollte nicht überstrapaziert werden. Insgesamt sollten Sie es bei zwei Saunagängen mit je ca. 10 Minuten Dauer belassen. Menschen, die Probleme mit ihrem Kreislauf haben, sollten während des Fastens auf die Sauna verzichten.

Auch nach der Darmentleerung mittels Glaubersalz sollte der Darm täglich durch Einläufe entleert und von Stuhlresten befreit werden. Dazu wird meist ein Einlaufgerät (Irrigator) verwendet, das Sie in Apotheken, Geschäften mit Sanitätsprodukten oder auch Reformhäusern erhalten. Das Einlaufgerät besteht aus einem Einlaufbeutel oder -behälter, einem Gummischlauch und einem flexiblen Darmrohr.

So funktioniert der Einlauf:

  • Den Einlaufbehälter mit ½ – 1 Liter lauwarmem Leitungswasser füllen.
  • Auf das flexible Darmrohr Salbe (z.B. Vaseline) auftragen.
  • Auf ein Handtuch niederlegen und in Linksseitenlage das Darmrohr in den After einführen (einige Zentimeter); bei Widerständen keine Gewalt anwenden.
  • Einlaufbehälter auf eine Höhe von 30-50 cm über das Darmrohr anheben und den Hahn des Gefäßes öffnen, das Wasser strömt ein. Wenn es zu schnell einläuft und schmerzt, den Beutel niedriger halten.
  • Wenn das Wasser in den Darm eingelaufen ist, den Hahn verschließen, das Darmrohr aus dem Darm entfernen, die Flüssigkeit einige Minuten einbehalten und dann eine Toilette aufsuchen, den Darm entleeren.

Während des Fastens treten bei einigen Menschen durch die Stoffwechselumstellungen Fasten-Beschwerden auf. Diese können häufig mit bewährten Hausmitteln gelindert werden und sind meistens nur von kurzer Dauer.

Beschwerden beim Fasten

Hungergefühle

Den Versuchungen nicht nachgeben. Wasser oder Fastengetränke können das Hungergefühl mindern.

Bei „Versuchungsgefahr” Selbstbeschäftigung: Spazieren gehen, andere Fastende anrufen oder besuchen, Ruhe bewahren, Hungergefühle und -gelüste sind kurzlebiger Natur.

Frieren

Viele Menschen werden beim Fasten fröstelig und frieren leicht. Vorbeugend sollten Sie warme und bequeme Bekleidung bereit legen. Ein aufsteigendes Fußbad für 20 Minuten ist hilfreich: Das Bad mit lauwarmem Wasser (25° C) beginnen und allmählich immer mehr heißes Wasser hinzufügen (bis 40° C). Zum Abschluss die Füße noch einmal kurz kalt abwaschen. Bei krampfaderleiden 35° C nicht überschreiten.

Schwäche

Schwächeperioden beim Fasten kommen häufig vor. Aktivität hilft: 20 Minuten an der frischen Luft spazieren weckt die Lebensgeister. Wechseln Sie konsequent zwischen Ruhe- und Bewegungsphasen.

Niedriger Blutdruck

Falls Sie Schwierigkeiten mit dem Blutdruck haben, ist körperliche Bewegung und Sport sehr wichtig, um den Kreislauf fit zu halten. Auch eine Tasse Schwarztee am Morgen und Mittag hilft oft weiter. Beginnen Sie den Tag langsam (Vorsicht beim Aufstehen aus dem Bett!). Wechselbäder (heiß-kalt) oder Wechselduschen trainiert den Kreislauf. Auch ein Lavendel- oder Rosmarinzusatz im ansteigenden Fußbad wird häufig als angenehm empfunden.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können beim Fasten auftreten, häufig, wenn zu wenig getrunken wird. Ein wenig Pfefferminzöl, 3 x nach je 15 Minuten auf Stirn und Schläfen aufgetragen, kühlt und lindert häufig. Verzichten Sie auf Kopfschmerztabletten. Gehen Sie an der frischen Luft spazieren oder legen Sie sich für eine halbe Stunde hin. Irgendwann verschwinden auch die Kopfschmerzen. Oft ist auch ein warmer Leberwickel hilfreich.

Gliederschmerzen

Sie treten gelegentlich auf. Bettruhe, Fußbad, heißes Bad mit Lavendel- oder Rosmarinzusatz und spazieren gehen helfen weiter. Wichtig ist Ruhe und Geduld: Die Beschwerden verschwinden wieder.

Bauchschmerzen

Selten treten beim Fasten Bauchkrämpfe auf. Ein bewährtes Mittel dagegen sind die Prießnitz-Leibauflagen. Dazu wird ein Leinentuch zu 1/3 in kaltes Wasser getaucht und danach so auf den Bauch aufgetragen, dass zwei feuchte Schichten auf dem Bauch aufliegen, zwei trockene Schichten direkt darüber. Allmählich wird die Auflage wohltuend warm und lindert hoffentlich die Beschwerden.

Schlafstörungen

Ein Fußbad, Wassertreten, frische Luft, lauwarm duschen und feucht ins Bett legen oder Yoga-/Chi-Gong-Übungen am Abend sind Möglichkeiten, das Einschlafen zu erleichtern. Auch Leberwickel können helfen. Wenn sie trotzdem nicht einschlafen können, verzweifeln Sie nicht, sondern nutzen Sie die Zeit: Hören Sie Musik, lesen Sie, schreiben Sie einen Brief.

Einige Menschen haben während des Fastens beunruhigende Träume… kein Grund zur Sorge. Bewahren Sie ihren Gleichmut und akzeptieren Sie diese Träume als ein momentan gegebenes, jedoch vorübergehendes Phänomen.

Mundgeruch

Viele Fastende bekommen Mundgeruch. Häufiges Zähneputzen, Mundwasser oder auch zuckerfreie Pfefferminzbonbons schaffen Abhilfe.

Sehstörungen

Während des Fastens tritt bei einigen Menschen das Gefühl auf, „verschwommen zu sehen”. Spätestens nach dem Fasten verschwinden diese Beschwerden wieder.

Zweifel

Sie können das Fasten zur Qual machen. Fassen Sie vor dem Fasten den konsequenten Entschluss durchzuhalten und durchbrechen Sie Zweifelphasen z.B. durch Tätigkeiten (Spazierengehen, Lesen, Reden mit anderen Fastenden). In der Gruppe fasten macht vieles einfacher.

Fastenkrise

Durch Beschwerden wie Schwächezustände, Unwohlsein, Reizbarkeit, Krankheitsgefühl und Zweifel kann man schließlich in eine Fastenkrise geraten. Auch wenn es sich in der Krise unmöglich anhört: Versuchen Sie, die Krise an sich vorüberziehen zu lassen und betrachten Sie die Krise als eine hervorragende Möglichkeit, Gleichmut zu üben. Die Krise geht vorbei. Wenn Sie an einem Kurs teilnehmen, kann ein Gespräch mit dem Fastenleiter weiterhelfen..

6. Tag: Erster Aufbautag

Am ersten Aufbautag (6. Tag der Fastenperiode) wird das Fasten am Vormittag traditionell mit dem Verzehr eines Apfels gebrochen. Am Mittag und Abend können Sie dann eine leichte Gemüsesuppe zu sich nehmen. Auch ein wenig Buttermilch, Knäckebrot und eingeweichtes Trockenobst sind zu empfehlen. Sie sollten die Nahrungsmittel erst am letzten Tag der Fastenperiode oder an diesem Tag einkaufen, um sich nicht selbst zum vorzeitigen Fastenbrechen zu verführen.

Besinnen Sie sich auf die zurück liegenden Tage. Spaziergänge und Ruhepausen sowie Bäder und Wechselduschen sind auch heute zu empfehlen. Einläufe werden nicht mehr durchgeführt.

7. Tag: Zweiter Aufbautag

Jetzt können Sie zu einer vollwertigen Ernährung übergehen. Zum Beispiel zum Frühstück Obst, zum Mittagessen Salat, Gemüse und Joghurt, zum Abendessen Rohkost oder eine Gemüsesuppe mit Vollkornbrot.

Wenn der Stuhlgang heute ausbleibt, können Sie am Abend Ihrer Speise Leinsamen zufügen und bis zum folgenden Tag abwarten. Notfalls kann dann am folgenden (8. Tag) ein halber Einlauf durchgeführt werden, was jedoch selten notwendig ist. Bewegen Sie sich ausgiebig, das aktiviert die Verdauung.

Nutzen Sie die Chance, um jetzt dauerhaft auf gesunderhaltende Vollwerternährung umzusteigen. þ Gesunderhaltende Ernährung, þ Ratschläge für eine gesunderhaltende Ernährung

Fasten für Kranke

Heilfasten ist eine altbekannte und bei vielen Krankheiten bewährte Behandlungsmethode, um Leiden zu lindern und die Heilungsprozesse im Organismus zu fördern. Es kann je nach Erkrankung allein, in Begleitung durch einen Fastenarzt, oder in einer Fastenklinik durchgeführt werden.

Bei welchen Erkrankungen kann Heilfasten durchgeführt werden?

*= nur mit ärztlicher Begleitung oder in der Fastenklinik

  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • * Bluthochdruck
  • chronische Verstopfung
  • Degenerative Gelenkerkrankungen (Gelenkverschleiß)
  • Fibromyalgie
  • Heuschnupfen
  • Akne
  • Venöse Durchblutungsstörungen
  • Fettleber
  • * Chronische Hepatitis
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • * nicht insulinpflichtiger Diabetes mellitus II (Altersdiabetes)
  • * Arteriosklerose (Herz, Extremitäten, Gehirn)
  • * Harnsäureerhöhung, Gicht
  • * entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, M. Bechterew)
  • * Asthma
  • * Neurodermitis
  • * Psoriasis
  • * entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

Bei schweren, chronischen Erkrankungen kann es während des Fastens zu sogenannten „Heilkrisen” kommen. Dabei tritt, ähnlich wie es die Homöopathie beschreibt, eine anfängliche und vorübergehende Verschlimmerung der Symptomatik auf. Daher sollte bei schweren Erkrankungen in der Fastenklinik gefastet werden. Die mit “*” markierten Erkrankungen sollten nur unter fastenärztlicher Begleitung oder in einer Fastenklinik fastentherapeutisch behandelt werden.

Wann darf nicht gefastet werden?

Nicht gefastet werden darf bei:

  • Tuberkulose
  • Krebs
  • Diabetes mellitus Typ I (Jugend-Diabetes)
  • schweren chronischen Erkrankungen
  • nach schweren Operationen
  • Psychosen
  • schweren Depressionen
  • Bulimie
  • Anorexie
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien, akute Myokarditis)
  • akuten Magen- oder Darmgeschwüren
  • Leberzirrhose
  • unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Behandlung mit Antikoagulantien (Marcumar) zur Blut-Verflüssigung

 

Fasten und Medikamente

Fasten verändert die Stoffwechselprozesse; damit verändert sich auch das Dosis-Wirkungs-Verhältnis von Medikamenten. Die Dosierungen einiger Medikamente müssen verändert oder angepasst werden. Wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen, sollten Sie sich beim Fasten durch einen Fastenarzt betreuen lassen oder eine Fastenklinik aufsuchen.

Es handelt sich dabei vorwiegend um folgende Medikamenten-Gruppen:

  • Entwässerungstabletten
  • Blutzuckertabletten
  • Insulin
  • Blutdruckmedikamente
  • Digitalis-Präparate
  • Antiarrhythmika
  • Antirheumatika
  • Kortisonpräparate
  • Beruhigungsmittel
  • Gicht-Medikamente

Möglichkeiten der Naturheilkunde bei Demenzen

Michael Teut

Der demographische Wandel ist in aller Munde.

Es wird befürchtet, dass durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte die Anzahl hochbetagter Senioren mit dementiellen Erkrankungen (derzeit 1,2 Millionen Betroffene) in Deutschland verdoppeln wird.

Für die Mehrzahl aller demenziellen Erkrankungen, allen voran die Alzheimer-Demenz, gibt es keine kausalen Therapiemöglichkeiten. Die bisher zugelassenen Medikamente zur Demenzbehandlung haben meist nur kleine Effekte auf Gedächtnis, Orientierungs und Alltagsfähigkeit, die auch nicht allzu lange anhalten. Gibt es hier Möglichkeiten aus der Naturheilkunde?

Eine Rechereche der Forschungsliteratur zeigt interessante Entwicklungen auf:

Derzeit am interessantesten ist der Wirkstoff Huperzin A, der aus der asiatischen Pflanze Huperzia serrata gewonnen wurde. Die Substanz ist eine Acetylcholinesterase-Inhibitor und zeigte in einer  Studie von 2011, die in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, nach 11 und 16 Wochen eine Wirksamkeit auf das Gedächtnis bei einer Dosis von 400 mcg im Vergleich mit Placebo.

Ginkgo biloba ist in Deutschland als pflanzenheilkundliches Medikament zugelassen. Hierzu liegen in der Summe widersprüchliche Forschungsergebnisse vor. Es wird jedoch derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen bei Patienten mit Demenz erstattet. Die Einnahme hilft offensichtlich aber nicht vorbeugend, wie mehrere Studien (Studie1 / Studie 2) gezeigt haben.

In Kräuterbüchern der Renaissance, z.B. bei Tabernaemontanus, werden immer wieder Pflanzen mit ätherischen Ölen aus der Familie der Lippenblütler zur Gedächtnisstärkung empfohlen. Tatsächlich zeigen einige kleine Pilotstudien eine Wirksamkeit von Melissentinktur und Salbeitinktur auf. Diese Studien wurden jedoch bislang leider nicht unabhängig wiederholt.

Eine Reihe von chinesischen oder japanischen Kräutermixturen zeigte ebenfalls in kleineren Studien Effekte, allerdings sind die Mischungen in Europa nur schwer erhältlich.

Zur Wirksamkeit der Homöopathie bei Demenz wurde bislang nicht geforscht.

Wie sieht es mit nichtmedikamentösen Verfahren aus?

Vorsichtig positiv bewertet wird insgesamt die Musiktherapie, z.B. zur Behandlung von Unruhezuständen. Bewegung und Sport wird häufig von Experten empfohlen, ist aber bislang in Bezug auf die Zielkriterien Gedächtnis, Orientierung und Alltagsfähigkeit nur unzureichend untersucht, gleiches gilt auch für die Massage.

Zur therapeutischen oder vorbeugenden Wirkung von Ernährung gibt es viele Querschnittsuntersuchungen, allerdings nur wenige Studien, die prospektiv und mit geeigneten Kontrollgruppen untersuchen, ob es tatsächlich einen Effekt gibt und wie hoch dieser ist.

Übersichtsliteratur:

  • Perry E et al.: Medicinal plants and dementia therapy: Herbal hopes for brain ageing? CNS Neuroscience & Therapeutics 2011; 17: 683-698
  • Howes MJ et al.: The role of phytochemicals in the treatment of dementia. Drugs Ageing 2011; 28: 439-468
  • Adams M et al.: Plants traditionally used in age related brain disorders – A survey of ethnobotanical literature. J Ethnopharmacol 2007; 113: 363-381
  • Kennedy DO et al.: The psychopharmacology of european herbs with cognition enhancing properties. Current Pharmceutical Design 2006; 12: 4613-4623
  • Olazara J et al.: Nonpharmacological therapies in Alzheimer Disease: a systematic review of efficacy. Dement Geriatr Cogn Disord 2010; 30: 161-178
  • Potter R et al.: A systematic review of the effects of physical activity on physical functioning, quality of life and depression in older people with dementia. Int J Ger Psychiatry 2011; 26: 1000-1011
  • Fratiglioni L et al.: Brain aging: lessons from community studies. Nutrition Reviews 201; 68 (Supll2): 119-127
  • Dementia Cochrane Group: www.dementia.cochrane.org